Seit 2013 zeichnet der APPLAUS herausragende Livemusikprogramme und -spielstätten in Deutschland aus. Am 24. November 2026 geht der bundesweite Kulturpreis im Waschhaus Potsdam in seine 13. Ausgabe. In sechs Kategorien werden rund 1,6 Millionen Euro Preisgeld vergeben – für Livemusikprogramme und Spielstätten, kleinere Venues und Konzertreihen sowie für Awareness, Inklusion und Nachhaltigkeit. Seit zwei Jahren gehört Julia Sasse, Geschäftsführerin von local heroes, der Hauptjury an.
Das FAZEmag hat sich mit Julia Sasse getroffen, um über ihre Arbeit als Mitglied der Hauptjury zu sprechen. Den gesamten Text von Triple P gibt es auf fazemag.de.
Ihr eigener Weg in die Musikförderung begann eher zufällig. „Ich habe local heroes 2010 kennengelernt. Damals hatte ich gerade mein Journalistik-Studium beendet“, erzählt Sasse. Aus einer Begegnung mit local-heroes-Gründungsvater Dieter Herker entstand zunächst eine Musik- und Medien-Berufsmesse. „Von da an war mein beruflicher Werdegang eng mit local heroes verflochten.“ Fünf Jahre später übernahm sie die Geschäftsführung. Diese Arbeit prägt auch ihren Blick in der APPLAUS-Jury. „Für junge Künstler:innen zählt es meiner Wahrnehmung nach vor allem, dass sie überhaupt Bühnen bekommen.“ Genau das werde durch Clubsterben und wegfallende Fördermittel schwieriger. Spielstätten bräuchten heute „so viel mehr Mut“, um Infrastruktur für Newcomer:innen bereitzustellen. Gleichzeitig profitierten sie selbst davon, wenn sie „die Stars von Morgen selbst mit ‚heranziehen‘“. Bei der Bewertung der Bewerbungen recherchiert Sasse zusätzlich Websites, Social-Media-Profile und Werbematerialien und vergleicht Spielstätten innerhalb ihrer Kategorien. „Mir persönlich ist natürlich der Blick auf die Förderung von Newcomer:innen besonders wichtig.“ Ebenso berücksichtigt sie die unterschiedlichen Voraussetzungen von Großstadt und ländlichem Raum. Leicht seien die Entscheidungen nicht. „Hinter jedem Club, jeder Spielstätte, jeder Veranstaltung steckt so viel Engagement und Leidenschaft – das allein ist ja schon preiswürdig.“ Für ihre Bewertung setzt sie die Bewerbungen auch in Beziehung zu gesellschaftlichen und musikspezifischen Herausforderungen. „Denn Live-Musik findet ja nicht im luftleeren Raum statt, sondern immer in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext.“
Weiterlesen auf fazemag.de
Text: Triple P






