Häufige Fragen zum APPLAUS 2021

Nachdem Sie die Teilnahmebedingungen für den APPLAUS 2021 gelesen haben, finden Sie hier Antworten auf Fragen, die eventuell noch offen geblieben sind.

Fragen zum APPLAUS

Wer kann sich bewerben?

Es können sich sowohl Betreiber:innen von Spielstätten als auch regionale Veranstalter:innen mit ihren herausragenden Livemusikprogrammen bewerben. Veranstalter:innen ohne eigene feste Spielstätte können eine Bewerbung in der Kategorie „Programmreihe“ einreichen, sofern sie die Teilnahmekriterien erfüllen. Reine Festival- sowie Tourneeveranstalter:innen sind nicht teilnahmeberechtigt.

Wofür wird der APPLAUS 2021 verliehen?

Prämiert wird in der Regel das Livemusikprogramm des Vorjahres. Leider konnte der APPLAUS 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht vergeben werden. Deshalb wird der APPLAUS 2021 für herausragende Livemusikprogramme und Spielstätten der Jahre 2019 und 2020 verliehen.

Fragen zum Juryverfahren und Juryvoting

Wie setzt sich die APPLAUS-Jury 2021 zusammen?

Wer in die Jury des APPLAUS berufen wird, entscheidet mit, welche Musikclubs oder Veranstaltungsreihen für ihr Programm ausgezeichnet und dementsprechend ausgezeichnet werden. Diese verantwortungsvolle Aufgabe wird von neun Persönlichkeiten aus der Musik- und Livebranche, u.a. Spielstättenbetreiber:innen, professionelle Musiker:innen sowie Musikjournalist:innen, übernommen. Die Zusammensetzung der APPLAUS-Jury verändert sich bei jeder Ausgabe. Jedes Jurymitglied wird für drei Jahre berufen. Für die Besetzung der Jury schlägt die Initiative Musik der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, nach Konsultation der Bundeskonferenz Jazz und der LiveKomm fachkundige Personen vor. Anschließend wird die Jury von der Kulturstaatsministerin berufen.

Wie trifft die Jury ihre Entscheidung?

Nach der formalen Vorprüfung aller eingegangenen Bewerbungen erhält die Jury die vorgeprüften Anträge zur fachlichen Bewertung. Die einzelnen Jurymitglieder treffen unabhängig, eigenständig und geheim eine Vorauswahl per Online-Voting. Danach findet eine Jurysitzung statt, in der die endgültigen Entscheidungen getroffen werden. Von der Jury getroffene Einzelentscheidungen werden öffentlich sowie gegenüber den Bewerberinnen und Bewerbern nicht begründet.

Was sind die wichtigsten Entscheidungskriterien der Jury?

Für die Jury ist entscheidend, ob das eingereichte Programm der Zielsetzung des APPLAUS entspricht, ob also der betreffende Club oder die Veranstalter:innen – oftmals auch mit hohem finanziellem Risiko – kulturell herausragende Livemusikprogramme anbietet und damit maßgeblich zum Erhalt der kulturellen Vielfalt in Deutschland beiträgt.

  • Kategorie „Programm“: Bei der Auswahl für den Programmpreis kann sich die Jury auf verschiedene Fragestellungen konzentrieren, z. B. ob beim jeweiligen Livemusikprogramm der Spielstätte ein künstlerisch ambitioniertes Programm mit einem klaren, erkennbaren kuratorischen Konzept erkennbar ist. Auszeichnungswürdig kann ebenfalls ein angemessener Anteil nationaler und diverser Acts sein, die Förderung von Nachwuchskünstler:innen, insbesondere mit Bezug zur regionalen und lokalen Szene, oder ein Konzertprogramm, das von Tourneeplänen angemessen unabhängig ist.
  • Kategorie „Spielstätte“: Beim Spielstättenpreis kann sich die Jury zusätzlich zur Voraussetzung einer hohen Programmqualität mit angemessenen Konditionen für die ausübenden Künstler:innen auf die Fragestellungen konzentrieren, ob die Spielstätte z. B. Gleichstellung, Diversität und Inklusion fördert. Weitere auszeichnungswürdige Kriterien können sein: ein besonderes Ambiente, originelles Flair, Ästhetik oder eine besondere Personalpolitik (z. B. gute Personalführung, Gendergerechtigkeit, produktives Betriebs- und Arbeitsklima, Transparenz) oder eine angemessene vorhandene Infrastruktur (z. B. Betreuung der Acts, Backstage-Räume, Catering) oder Einsatz für Nachhaltigkeit und klimafreundliche Maßnahmen oder Kooperationen mit (lokalen) Kulturinitiativen und Netzwerken oder sozialpolitisches und zivilgesellschaftliches Engagement.
  • Kategorie „Programmreihe“: Bei der Auswahl der Preisträger:innen in dieser Kategorie achtet die Jury auf eine qualitativ anspruchsvolle, trendsetzende und kreative Programmkonzeption und -realisation mit angemessenen Konditionen für die ausübenden Künstlerinnen und Künstler sowie vielfältiges kulturelles und nachhaltiges Engagement.

Was bedeutet Kategoriendurchlässigkeit?

Spielstättenbetreiber:innen können sich entweder für den Programmpreis oder den Spielstättenpreis bewerben. Die Jury kann nach ihrem Ermessen entscheiden, ob eine Bewerbung in den Kategorien „Programm“ oder „Spielstätte“ in der jeweils anderen Kategorie auszeichnungswürdiger erscheint. Damit ist ein Wechsel innerhalb der Kategorien bei der Juryentscheidung möglich. Die Kategoriendurchlässigkeit gilt für beide Richtungen in den Kategorien „Programm“ und „Spielstätte“.

Fragen zu den Teilnahmebedingungen, Kategorien und Preisgeldern

In welchen Preiskategorien kann ich mich bewerben?

1. Hauptkategorien

Die Hauptauszeichnungen gliedern sich in drei Preiskategorien mit Prämien von bis zu 50.000 Euro. In jeder Kategorie werden mehrere Preisträger:innen ausgezeichnet. In jeder Kategorie gibt es zusätzlich einen undotierten Preis für eine/n Hauptpreisträger:in mit dem Titel „Spielstätte bzw. Programm bzw. Programmreihe des Jahres“.

  • Kategorie „Programm“
    - eine Urkunde verbunden mit einer Prämie von bis zu 50.000 Euro
    - Spielstätten mit mindestens 48 durchgeführten Livemusikveranstaltungen im Jahr 2019
  • Kategorie „Spielstätte“
    - eine Urkunde verbunden mit einer Prämie von bis zu 25.000 Euro
    - Spielstätten mit mindestens 48 durchgeführten Livemusikveranstaltungen im Jahr 2019
  • Kategorie „Programmreihe“
    - eine Urkunde verbunden mit einer Prämie von bis zu 10.000 Euro
    - Spielstätten & Veranstalter:innen mit mindestens 10 durchgeführten Livemusikveranstaltungen im Jahr 2019

2. Sonder-APPLAUS

Aus gegebenem Anlass werden im Jahr 2021 zusätzlich 16 Sonderpreise (Sonder-APPLAUS) für kreative Formate von oder zur Unterstützung von Spielstätten während der Corona-Pandemie verliehen. Einen Sonderpreis erhalten können:

  • Spielstätten, die kreative und innovative Konzepte, Projekte oder Maßnahmen während der Corona-Krise geplant und durchgeführt haben oder
  • sonstige Initiativen, deren kreative und innovative Konzepte, Projekte oder Maßnahmen während der Corona-Krise die Unterstützung und/oder Rettung von Spielstätten, Hilfe bei neuen digitalen Arbeiten o. Ä. als Fokus hatten

Für den Sonder-APPLAUS können sich auch diejenigen Spielstätten oder Initiativen bewerben, die im Sinne der Teilnahmebedingungen nicht in den drei Kategorien „Programm“, „Spielstätte“ und „Programmreihe“ teilnahmeberechtigt sind.  

 

3. Preis für „Awareness“ / Preis für „Nachhaltigkeit“

2021 werden Preise für „Awareness“ und „Nachhaltigkeit“ verliehen, die mit jeweils bis zu 5.000 Euro dotiert sind. Auf die beiden Auszeichnungen können sich Spielstätten sowie Veranstalterinnen und Veranstalter gezielt bewerben. Die Bewerbung und ggf. Auszeichnung mit diesen Preisen ist nur in Verbindung mit einer zulässigen Bewerbung in Kategorie „Programm“, „Spielstätte“ oder „Programmreihe“ möglich. Es besteht jedoch die Möglichkeit einen dieser Preise zu erhalten, auch ohne in der Kategorie „Programm“, „Spielstätte“ oder „Programmreihe“ ausgezeichnet zu werden.

 

Awareness

Der Begriff leitet sich aus dem Englischen „to be aware“ ab. Das bedeutet: „Sich bewusst sein, kennen/wissen, sich informieren, für gewisse Problematiken sensibilisiert sein“. Awareness steht für einen achtsamen und wertschätzenden Umgang mit Diversität (bezogen auf Kultur, Geschlecht, Sexualität, Aussehen und allgemein unterschiedliche Erfahrungshorizonte), bei dem auch die eigene Position mitgedacht wird. Awareness in der Club- und Liveszene kann sich z. B. durch die Solidarisierung mit und die Unterstützung von in diesem Bereich unterrepräsentierten Personengruppen ausdrücken.

Stellen Sie uns Ihre Konzepte und Aktionen rund um das Thema Awareness im Veranstaltungskontext vor. Auszeichnungswürdige Awareness-Aktivitäten können sein:

  • Etablierung von Awareness- und Achtsamkeitsarbeit und Sensibilisierung verschiedener Akteure:innen zu Antidiskriminierungsarbeit oder Gewaltprävention im Veranstaltungskontext
  • Besondere Awareness-Leitfäden oder Inklusions- und Diversitätskonzepte (Safer Clubbing, Türpolitik, Angebot von SaferSpace-Räumen, Kennzeichnung von Awareness-Ansprechpersonen etc.)
  • Awareness im Booking und der Programmgestaltung: Berücksichtigung von Benachteiligung aufgrund von Hautfarbe, sexueller und geschlechtlicher Identität, Alter, körperlicher Konstitution, Religionszugehörigkeit, finanziellen Möglichkeiten, sozialem Milieu etc. und ausgewogene Anteile von weiblich und männlich gelesenen, non-binären Personen, POC, sowie Künstler:innen unterschiedlicher sozialer, kultureller und ethnischer Herkunft u. ä.
  • Organisation von Veranstaltungen/Workshops, um Aufklärungsarbeit zu leisten und Bewusstsein zu stärken über mögliche Diskriminierungen (z. B. sexualisierte Übergriffe)
  • Einsatz um Barrierearmut und Accessibility (in analogen und digitalen Räumen)

 

Nachhaltigkeit

Mit dem Preis für „Nachhaltigkeit“ sollen besondere Aktivitäten von Spielstätten oder Veranstalter:innen ausgezeichnet werden, die für einen Wandel hin zu einer nachhaltigeren und klimafreundlicheren Clubszene stehen.

Beschreiben Sie Ihre besonderen Initiativen und Projekte rund um das Thema „Nachhaltigkeit“, die Sie im Rahmen Ihres Clubs- und Veranstaltungsbetriebs umsetzen.

Hier können unterschiedliche Aspekte eine Rolle spielen. Auszeichnungswürdige Konzepte rund um das Thema Nachhaltigkeit in einem umwelt- und klimafreundlichen Club- oder Veranstaltungsbetrieb sind vielfältig und können betreffen:

  • Catering (z. B. Beschaffung von regionalen und saisonalen Lebensmitteln, Angebot fleischarmer / vegetarischer / veganer Gerichte, Verwendung von Fairtrade-Produkten, Verzicht auf Wegwerfprodukte aus Plastik etc.)
  • Mobilität (z. B. Schaffen von Anreizen für die Nutzung öffentlicher und / oder umweltfreundlicher Verkehrsmittel (Angebot von Kombitickets), Einsatz emissionsarmer Fahrzeuge, Organisation eines Shuttle-Services etc.)
  • Energie & Wasser (z. B. Beziehen von Ökostrom, Einsatz von energiesparenden Geräten wie LED-Lampen, Bewegungsmelder bei der Außenbeleuchtung, Einsatz wassersparender Regler, Ausschank von Leitungswasser etc.)
  • Abfallmangement & Reinigung (Nutzung recycelter Materialien (z. B. Papierhandtücher, Toilettenpapier) und/oder Mehrwegverpackungen, Mülltrennung, Zero Waste, Verwendung überwiegend biologisch, abbaubare Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel, Einsatz ökologisch vorteilhafter Verpackungen etc.)

 

Was gilt als Livemusikveranstaltung?

Eine Livemusikveranstaltung ist eine Veranstaltung, in der Livemusik öffentlich konzertmäßig aufgeführt wird und im Vordergrund steht. Das bedeutet, für das Konzert wurde speziell geworben und das Publikum ist vorrangig für die musikalische Darbietung gekommen. Mehrere Konzerte an einem Tag gelten als eine Veranstaltung, sofern für diese auch nur einmal Eintritt gezahlt wurde. Livemusikveranstaltung umfasst den gezielten Auftritt von Musiker*innen und Bands ebenso wie von „künstlerischen DJs“.

Was sind "künstlerische DJs" und wie werden diese geprüft?

„Künstlerische DJs“ spielen nicht nur einen Tonträger ab. Unter Verwendung von Tonträgern und technischen Hilfsmitteln mischen sie verschiedene Musikstücke zu neuen Klangbildern und Kompositionen zusammen (siehe auch Urteil des Bundesfinanzhofs vom 18.08.2005, Az. V R 50/04).

Das dabei entstehende Arbeitsergebnis muss die Qualität eines neuen künstlerischen Produkts haben. Folgende Kriterien sprechen für eine Tätigkeit, die unter die Definition „künstlerische DJs“ fällt:

  • DJ-Künstler:innen erhalten eine Gage;
  • sie veröffentlichen ihre Werke auf Tonträgern (Mix-CDs im freien Handel, eigene Compilations etc.);
  • DJ-Künstler:innen treten auch außerhalb von Diskotheken auf, z. B. auf öffentlichen Veranstaltungen oder bei Radiosendern;
  • sie haben ein eigenes Künstler:innenprofil im Internet (Facebook, Soundcloud etc.);
  • ihre Veranstaltungen sind ein eigener Programmpunkt.

Die Kontrolle seitens der Sachbearbeiter:innen erfolgt nach den oben genannten Kriterien. Das heißt, dass die Profile und Veranstaltungen der DJ-Künstler:innen entsprechend überprüft werden.

Ich konnte im Jahr 2020 coronabedingt kaum Konzerte veranstalten. Hat das Auswirkungen auf meine Bewerbung?

Aufgrund der Covid-19-Pandemie und der dadurch entstandenen Veranstaltungsverbote und Einschränkungen für Spielstätten und Veranstalter:innen gilt als Bemessungsgrundlage für die Teilnahmeberechtigung (z. B. 40 %-Grenze, Mindestkonzertanzahl) das Jahr 2019. Durchgeführte Veranstaltungen im Jahr 2020 sind nicht verpflichtend, d. h. das Livemusikprogramm 2020 kann, muss jedoch nicht eingereicht werden. Dementsprechend kann das Livemusikprogramm 2020, muss jedoch nicht, zur Auszeichnungswürdigkeit beitragen. Für 2020 werden alle alternativen Konzepte für Livemusikveranstaltungen (z. B. Online-Streaming, Ausweichlocations, Open Air etc.) berücksichtigt, die zur Auszeichnungswürdigkeit beitragen können. Spielstätten und Veranstalter:innen, die 2020 kaum bis gar keine Konzerte veranstalten konnten, haben keinen Nachteil. Wesentlich ist ein durchgeführtes Livemusikprogramm im Jahr 2019.

Zählen nur Eigenveranstaltungen oder auch Rentals zur Mindestkonzertanzahl?

Rentals (Einmietungen von Fremdveranstalter:innen) zählen mit zur Mindestkonzertanzahl, müssen aber im eingereichten Livemusikprogramm explizit markiert werden. Grundkosten (Raummiete, Hauspersonal, Haustechnik), die den Künstler:innen berechnet wurden bzw. garantiert werden mussten (Pay To Play) sind ausgeschlossen. Einzige Ausnahme ist die garantierte (angemessene) Gage in Verbindung mit einer zusätzlichen Einnahmebeteiligung ab Break Even. Prozentuale Doordeals sind zugelassen, sofern die Einnahmen ausschließlich mit einem vorab festgelegten prozentualen Anteil aufgeteilt wurden und keine pauschalisierten Kostenpositionen im Vorwege abgezogen wurden. Dabei müssen mind. 50 % ab dem ersten Euro an den/die Künstler:in gegangen sind. Eine Ausnahme bildet die Zahlung einer garantierten Künstler:innengage im Zusammenhang mit dem zuvor genannten Split ab einem Break Even.

Haben Umbaupausen sowie urlaubs- und saisonbedingte Pausen Einfluss auf die Anzahl der nachzuweisenden Konzerte?

Nein, nur die reale Anzahl an Konzerten ist Grundlage für die Bewerbung zum APPLAUS und die Einstufung in die Kategorien Programm, Spielstätte und Programmreihe. Spielstätten, die begründete Pausen von maximal 3 Monaten in ihrem Livemusikprogramm aufweisen, können dennoch eine Bewerbung einreichen. Jedoch verringert sich durch Pausen nicht die Anzahl der nachzuweisenden Konzerte je Kategorie.